Die Galerie Michael Werner freut sich, zum 85. Geburtstag des Künstlers die Ausstellung MARKUS LÜPERTZ ODER DIE ÜBERWINDUNG DER MODERNE zu präsentieren.
Begleitend zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit Texten von Sigfried Gohr, Nils Emmerichs, Ulf Jensen und Rainer Metzger.
Die Ausstellung öffnet am 01. Mai 2026 für das Publikum und wird bis 27. Juni diesen Jahres zu sehen sein.
Pressetext
Markus Lüpertz oder Die Überwindung der Moderne
Die Galerie Michael Werner ehrt Markus Lüpertz mit einer Jubiläumsausstellung anlässlich seines 85. Geburtstags. Zu sehen sind aktuelle Bilder, in denen Lüpertz seine Auseinandersetzung mit mythologischen Motiven und figürlicher Gestik in eine eigenständige, rigorose Bildordnung überführt. Die Zusammenarbeit zwischen Michael Werner und Markus Lüpertz reicht beinahe sechzig Jahre zurück: Bereits 1964 lernten sich Künstler und Galerie kennen, 1968 fand Lüpertz’ erste Ausstellung in Berlin bei Michael Werner in der Kantstraße statt. Seitdem begleitet die Galerie sein Werk kontinuierlich.
Der Ausstellungstitel Die Überwindung der Moderne verweist auf einen programmatischen Kern von Lüpertz’ künstlerischer Haltung: die fortwährende Befragung der Malerei selbst. Dabei überschreitet er die linear gedachten Kategorien der Moderne und bringt ihre inhärenten Gegensätze in eine kritische Neuordnung. „Überwindung“ bedeutet hier keine Absage an die Moderne, sondern eine Auseinandersetzung mit ihren zentralen Begriffen und ästhetischen Fragestellungen. Historische Bildtraditionen werden nicht bloß zitiert, sondern als operative Elemente einer eigenständigen Bildordnung genutzt. Mythologische Motive bilden dabei einen konstanten Bezugspunkt. Vergangenheit und Gegenwart treten nicht in einem hierarchischen Verhältnis auf, sondern wirken simultan und verdichten sich zu neuen Wahrnehmungsebenen.
Innerhalb der deutschen Nachkriegskunst nimmt Markus Lüpertz eine einzigartige Position ein. Seine Malerei behauptet die Autonomie des Bildes, versteht Form als offenen Prozess und verweigert sich festen stilistischen oder theoretischen Zuschreibungen. Seine Bilder und Zeichnungen lassen sich als kontinuierliche Untersuchung der Möglichkeiten malerischer Praxis lesen - eine Reflexion über die Bedingungen der Moderne, die zugleich weit darüber hinausweist.
Markus Lüpertz (* 1941 Liberec) stellte häufig in Köln und Berlin aus, bevor er 1977 mit einer großen Museumsausstellung im Stedelijk Museum Amsterdam international bekannt wurde. 1980 nahm er an der legendären Ausstellung A New Spirit in Painting in der Royal Academy in London teil und war 1981 ein wichtiger Beitragender der kontrovers diskutierten Ausstellung Zeitgeist in Berlin. Von 1987 bis 2009 leitete Lüpertz die Kunstakademie Düsseldorf.
Bedeutende Ausstellungen fanden in der Städtischen Galerie im Lenbachhaus, München (1986), im Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofía, Madrid (1991), in der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf (1996), in der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland, Bonn (2009), im Gemeentemuseum Den Haag (2011), im Museo de Bellas Artes, Bilbao (2014), im Staatlichen Eremitage-Museum, St. Petersburg (2014), in der The Phillips Collection, Washington (2018), im Hirshhorn Museum, Washington (2018) sowie im Haus der Kunst, München (2019) statt.
Die Werke von Markus Lüpertz befinden sich in bedeutenden öffentlichen Sammlungen, darunter in der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf, im Museum Ludwig, Köln, im Museum Folkwang, Essen, in der Albertina, Wien, im Musée d’Art Moderne de la Ville de Paris, im Centre Pompidou, Paris, im Stedelijk Museum, Amsterdam, in der Tate, London, im Saint Louis Art Museum, Missouri, im Museum of Modern Art, New York sowie im National Museum of Modern Art, Tokio, und darüber hinaus sind sie in zahlreichen weiteren internationalen Sammlungen vertreten.
